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„Mit der Welt in Resonanz“- ein Abend mit Prof. Dr. Rosa und Jugendlichen

24 März um 19:30 22:00

Ort: Steinhalle

„Mit der Welt in Resonanz“ – Hartmut Rosa begeistert über 350 Gäste in der Steinhalle

Emmendingen, 25. März 2026 – Mehr als 350 Besucherinnen und Besucher erlebten am Dienstagabend in der Steinhalle einen Vortrag, der weit über das Gewohnte hinaus ging. Der Soziologe Prof. Dr. Hartmut Rosa sprach auf Einladung der Freien Waldorfschule Emmendingen über die Frage, wie Menschen in einer beschleunigten Welt wieder in eine lebendige Beziehung zu sich selbst und ihrer Umwelt treten können.

Ausgehend von philosophischen Impulsen – etwa von Maurice Merleau-Ponty – stellte Rosa die zentrale Frage nach unserer Weltbeziehung: Erleben wir die Welt als kalt und abweisend oder als ansprechbar und lebendig? Resonanz, so Rosa, sei das Gegenmodell zur Entfremdung – ein unverfügbarer Moment, in dem Mensch und Welt sich gegenseitig berühren und verändern.

Besonders nahm er dabei die Schule in den Blick: Sie könne Resonanzraum sein oder Entfremdung verstärken. Anhand kultureller Beispiele verdeutlichte Rosa diese Spannbreite: Rockklassiker wie „School’s Out“ von Alice Cooper oder „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd stehen sinnbildlich für die Erfahrung von Schule als Zwangssystem. Gleichzeitig zeigen Werke wie „Das fliegende Klassenzimmer“ oder „Der Club der toten Dichter“, dass Schule ebenso ein Ort von Inspiration, Selbstwirksamkeit und lebendiger Beziehung sein kann.

Zwischen diesen Polen, so Rosa, entscheide sich, ob Bildung gelinge. Seine vier Resonanzachsen – sozial, material, existenziell und auf das Selbst bezogen – beschrieb er als dynamische Prozesse, die gerade für junge Menschen zentral sind.

Im Anschluss an den Vortrag kamen Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule auf das Podium und stellten sich den Fragen von Rosa: Was ist euch wichtig? Wo erlebt ihr euch im Schulalltag lebendig und in Resonanz? Was hemmt diese – und welche Zukunftsängste bewegen euch?

Aus der 10. Klasse diskutierten Mathilda Münch, Josefine Sunder-Passmann, Meridian Reifschneider und Liando Tschepe offen, zugewandt und mutig. Deutlich wurde: Statt großer Zukunftsangst überwiegt die Neugier – die Frage „Finde ich meinen Platz in der Welt?“ stand im Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde von Seiten der Schüler:innen klar, dass sie mit ihrer Schule gut klarkommen – und dass die Waldorfschule bereits vieles richtig macht, wenn es darum geht, Resonanz Raum zu geben. Die Beiträge der Schüler:innen waren beeindruckend, reflektiert und geprägt von Echtheit und Authentizität.

Moderator Hendrik Epe führte mit Empathie und Witz durch den Abend und lud dazu ein, sich „anrufen zu lassen“ – nicht vom Smartphone, sondern von den Gedanken des Abends. Viele Gäste zeigten sich im Anschluss bewegt und inspiriert.

Der Abend war Teil des Jubiläumsjahres zum 30-jährigen Bestehen der Waldorfschule Emmendingen und wird bei vielen Besucherinnen und Besuchern sicher noch lange nachwirken. Hartmut Rosa selbst fasste zusammen: „Man muss nicht alles ändern – aber man kann beginnen, bewusster zu leben und so Resonanz in den Alltag zu holen.“

Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit dem Abend: Besonders beeindruckt waren sie vom großen Besucherandrang, der das hohe Interesse widerspiegelte, und von der durchweg positiven Resonanz auf Thema, Redner und Format.

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